Parasiten – Ein häufiger Grund für allgemeines Unwohlsein

Sie sind winzig und scheinen vom Aussehen her aus einer anderen Zeit zu stammen. Bei den meisten Menschen löst ihr Anblick Ekel und Angst aus. Die Rede ist von Parasiten. Im Laufe der Zeit entwickelten diese sich zu einer regelrechten Volkskrankheit. Sie nisten sich im menschlichen Organismus ein und können diesen durcheinanderbringen. Blähungen, Kopfschmerzen oder Depressionen können als Folge eines Parasitenbefalls auftreten. 

Parasiten – unfreiwillige Untermieter und gefährliche Lästlinge

Bei einem Parasiten handelt es sich um ein Lebewesen, das sich von oder durch einen Wirt ernährt. Die Lästlinge befallen Menschen und Tiere zu Fortpflanzungszwecken oder verbringen ihr ganzes Leben in ihnen. Sie können ihre Wirte schädigen, indem sie die Organfunktionen beeinträchtigen, die Nahrungsaufnahme sabotieren oder ihre Ausscheidungen im Körper hinterlassen. Ebenso besteht das Risiko, dass sie dem Organismus lebenswichtige Nährstoffe entziehen und Zellen zerstören. Dennoch verläuft ein Befall in den wenigsten Fällen tödlich, da Parasiten in ihren Wirten ein angenehmes Zuhause finden und dieses nicht willentlich abtöten. 

Grundsätzlich können alle Menschen von einem oder mehreren Parasiten betroffen sein. Während Ektoparasiten wie Zecken und Läuse in Deutschland keine Seltenheit darstellen, herrschte lange der Glaube, Endoparasiten gäbe es nur in den Tropen. Hierbei handelt es sich um einen Irrglauben, denn auch in unseren Gefilden existieren beispielsweise Madenwürmer. Deren Männchen erreichen eine Größe von 0,5 Millimetern, Weibchen werden dreimal größer. Weltweit sind 400 Millionen Menschen mit den Würmern infiziert. Es handelt sich um die verbreitetste Wurmerkrankung in Industrieländern. 

Abhängig von ihrer Art können Parasiten unterschiedliche Organe befallen. Meist gelangen sie über kontaminierte oder ungewaschene Nahrung sowie über unreines Wasser in den Darm. Von dort aus können sie sich in folgenden Bereichen ansiedeln:

  • Leber
  • Lunge
  • Herz
  • Gehirn

Die unliebsamen Mitbewohner treten nicht nur in Form von Würmern auf. Sie kommen ebenfalls als Bakterien, Viren, Pilze und Einzeller vor. Vorrangig vermehren sich Endoparasiten in ärmeren Ländern mit geringem Hygienestandard. Die Globalisierung führt zu einer Verbreitung der Lästlinge. Wissen Betroffene nicht, dass sie unter Parasiten leiden, achten sie unter Umständen nicht auf Handhygiene. Das kann die Ausweitung einer Parasitenerkrankung begünstigen. 

Welche Organe befallen Parasiten mit Vorliebe?

Denken Menschen an Parasiten, kommen ihnen zuerst die Darmparasiten in den Sinn. Wer Haustiere hat, weiß um die kleinen, weißen Würmchen, die teilweise an den Hinterteilen von Hund und Katze kleben. Sie gelangen mit der Ausscheidung aus dem After und können teilweise am Fell haften bleiben. Menschen haben kein Fell, sodass diese eindeutigen Zeichen für einen Parasitenbefall ausbleiben. Teilweise weisen weiße Gliederstücke im großen Geschäft auf Würmer im Darm hin. Bestehen entsprechende Anzeichen, sollte der Hausarzt kontaktiert werden. Dieser nimmt mehrere Stuhlproben und analysiert diese im Labor. Wird ein Wurmbefall diagnostiziert, kann eine medikamentöse Behandlung beginnen. Teilweise gibt es auch Hausmittel gegen Würmer im Stuhl. Beispielsweise sollen Einläufe und die Einnahme von getrockneten Nelken den Endoparasiten den Kampf ansagen. 

Neben Parasiten im Darm können sich die ungebetenen Gäste im Gehirn ansiedeln. Ein entsprechender Befall äußert sich durch:

  • Kopfschmerzen,
  • Stimmungsschwankungen,
  • Depressionen oder depressive Verstimmungen,
  • Angstzustände,
  • innere Unruhe oder
  • Konzentrations- und Sehschwierigkeiten. 

Befinden sich Parasiten unter der Haut, lösen sie oftmals Juckreiz oder Hautreizungen aus. Ein bekannter Hautparasit ist ein Fadenwurm namens Loaloa. Dieser ist in tropischen Ländern verbreitet und wird über den Stich von Moskitos übertragen. In westlichen Gesellschaften treten die Morgellons auf. Diese Parasiten wurden erstmals im Jahr 2002 beschrieben. Sie wachsen in der Haut, schädigen die Zellen und können aus der Epidermis herauswachsen.

Obgleich die Beschreibung der Parasiten schaurig klingt, gibt es gute Nachrichten: Die meisten Schädlinge können mit Medikamenten und Parasitenkuren schnell in Schach gehalten werden. Wichtig ist, dass ein Befall zeitnah erkannt und behandelt wird. 

Emma Richter