Manisch-depressiv – eine Erkrankung der Seele?

Die Erkrankung, bei der ein Patient als manisch-depressiv beschrieben wird, ist eine bipolare affektive Störung, die im Volksmund schon früher beschrieben wurde. Landläufig nannte man die unerklärlichen Stimmungsschwankungen „Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt“. Das Krankheitsbild wurde vor Jahren oft als „manische Depression“ bezeichnet, was ein Widerspruch in sich wäre.

Wie äußert sich diese Erkrankung?

Die Patienten können ihr Seelenleben nicht mehr steuern: sie schwanken zwischen gehobener Stimmung, der sogenannten Manie und der Depression, also einer Gemütsschwere und Traurigkeit, wobei es für beides keine Ursache zu geben scheint. Die Anzahl, Dauer und Schwere dieser Stimmungsschwankungen sind von Patient zu Patient verschieden. Bei Einigen äußert sich dies nur selten in Umschwüngen, bei anderen sehr häufig. Dazwischen können die Patienten als symptomfrei und gesund bezeichnet werden. Heute nicht mehr gebräuchlich sind die Begriffe „manisch-depressives Irresein“ oder „Manisch-depressive Psychose“.

Wer ist betroffen von der manisch depressiven Erkrankung?

Vor allem in den Industrieländern ist eine solche Störung mit 3 % der Bevölkerung recht stark vertreten. Es gibt keinen Unterschied zwischen der Häufigkeit bei Frauen und Männern. Erstmals wird die Erkrankung oft zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr diagnostiziert, wobei die Krankheit meist erst nach einigen Jahren erkannt wird. Ist die Krankheit festgestellt, gibt es zahlreiche Behandlungsmethoden, auch mit Medikamenten. Doch leider durchleben die meisten Kranken viele Rückschläge, wissen selbst nicht, was mit ihnen los ist und halten sich für „irre“. Da die Störung zunimmt, fehlen immer mehr Experten, die drauf geschult sind, Menschen mit unklaren Beschwerden in dieser Richtung Hilfe zu geben.

Die Auswirkungen der manisch depressiven Erkrankung

Der Leidensdruck der Betroffenen ist groß. Denn anders als bei eindeutigen körperlichen Erkrankungen kann diese Störung jahrelang das Leben beeinträchtigen, ohne diagnostiziert zu werden. Wenn die Krankheit erkannt wird, haben die Patienten häufig schon einen langen Leidensweg zurückgelegt, der von Problemen gesäumt ist; zum Beispiel in Familie und Beruf.

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